Ivo Pogorelich

„Wie aus einem Guss erklingt jedes der beiden Werke, ausgelotet bis in die letzten Nuancen, von wunderbarer Gesanglichkeit bis hin zu rückhaltloser Dramatik den ganzen Kosmos von Beethovens Gestaltungskunst durchmessend. Pogorelich realisiert die beiden Sonaten in jener Radikalität, die Beethoven einfordert. Glasklar und hochdifferenziert in Dynamik und Agogik, zuweilen mit überraschenden Pointen, immer nah dran am Geschehen, von mitreißender, berührender Intensität. Ein Thriller für die Ohren, Nahrung für die Seele – Interpretationen, die von der ersten Note an in ihren Bann ziehen.“ (Dr. Leander Hotaki)

 


„Ivo Pogorelich ist so ein Charakter: sensibel und unbeugsam, kraftvoll, manchmal fast gewaltsam in der großflächigen Bearbeitung des Flügels. Sein Spiel hat nichts Gefälliges, nichts Anbiederndes. Bei Pogorelich ist man entweder mittendrin oder ganz weit außen vor.“ (Süddeutsche Zeitung)


„Ein Künstler, der Stärke, Autorität, Können, Solidität und Seriosität vereint, ein Mann mit einer ungewöhnlichen Persönlichkeit, der sehr viel über die Einsamkeit des Künstlers weiß.“ (El Pais)


„Ivo Pogorelichs Technik ist staunenswert, ohne auf Effekte zu schielen. Anschlag wie Artikulation bewähren sich aufs Beste. Souveränität in einem Guss, darf man loben.“ (Kronenzeitung Wien)


Ivo Pogorelich bot ein Paradebeispiel entfesselten Klavierspiels. Als ob es sich um das Einfachste in der Welt handelte, raste er förmlich durch diese mit Schwierigkeiten gespickte Klavierpartitur, ließ sich zwischendurch Zeit, um die spezifische Melancholie dieses Presto con fuoco hervorzuheben. Nicht minder meisterhaft, wie er zum Schluss nach all den brillanten Kaskaden ganz selbstverständlich zum Grundton zurückführte. Atemberaubend. (Die Presse Wien)


„Diese ‚Complete Recordings‘ – 14 CDs aus den 80er und 90er Jahren des jungen Ivo Pogorelich (DG) sind ein Geschenk. Sie wecken nicht nur starke Erinnerungen an ein junges Klaviergenie, sondern dürften auch später Geborene wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität begeistern. Pogorelich war ja eigentlich kein ungestümer Draufgänger, auch wenn er in Momenten des Konzertierens manchmal so wirkte, sondern ein eher nachdenklicher Entdecker und präziser, hochinspirierter Gestalter. – Pogorelich verschwendet keinen Gedanken daran, sich als Virtuose in den Mittelpunkt zu rücken. Es ist vielmehr, als wolle er sich selber begeistern durch genauesten Vollzug der Partitur und jeden mitreißen, der nur irgendwie Lust darauf hat.“ (Süddeutsche Zeitung / Mauro)


Einer der Interessantesten und Aufregendsten,
einer, den die Welt der Klassik dringend nötig hätte
(Mannheimer Morgen)

Die Klavierlegende Ivo Pogorelich zählt seit nunmehr vier Jahrzehnten zu den Kapazitäten seines Fachs. Ein Künstler, der schon immer nach Lösungen gesucht hat, die so ganz und gar nicht vertraut sind und dazu auffordert, Hörgewohnheiten beiseite zu legen und sich den existentiellen Interpretationen jenseits des Mainstreams zu stellen – ein packender Geschichtenerzähler, der es versteht, jeder Note Leben und Sinn einzuhauchen – ein Monolith unter den Pianisten, ein Musiker, der etwas zu sagen hat.

Geboren in Belgrad im Jahre 1958 als Sohn eines Kontrabassisten, erhielt Ivo Pogorelich mit sieben Jahren seinen ersten Klavierunterricht und setzte im Alter von zwölf sein musikalisches Studium an der Zentralen Musikschule in Moskau und sodann am Tschaikowsky-Konservatorium in St. Petersburg fort. Nach fünf Jahren aber wechselte er zu Aliza Kezeradze, einer Pianistin und Pädagogin, die ihm eine völlig neue musikalische Welt eröffnen sollte und die er 1980 heiratete. Beide verband eine langjährige professionelle Zusammenarbeit bis zu Aliza Kezeradzes frühzeitigem Tod im Jahr 1996. Madame Kezeradze vermochte es, Ivo Pogorelich den Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts blühenden, in Wien wurzelnden und bis nach St. Petersburg reichenden Geist der Schule Beethovens und Liszts zu überliefern.

Bereits 1978 gewann Ivo Pogorelich den 1. Preis beim Alessandro-Casagrande-Wettbewerb in Terni (Italien) und ging zwei Jahre später als erster Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs in Montreal hervor. Doch es war ein anderer Wettbewerb, der ihn 1980 auf spektakuläre Weise über Nacht weltberühmt machte: Beim internationalen Chopin-Wettbewerb im Oktober 1980 in Warschau war es ihm nicht gestattet, in der Schlussrunde als Solist mit Orchester aufzutreten, woraufhin das damalige Jury-Mitglied Martha Argerich gefolgt von weiteren Mitgliedern der Jury den Wettbewerb nach heftigen Kontroversen unter Protest mit den Worten „Er ist ein Genie !“ verließ. Dies verhalf Ivo Pogorelich zu größerer Bekanntheit als der Gewinn des begehrten Preises es jemals vermocht hätte.

Nach seinem triumphalen Debüt Recital an der New Yorker Carnegie Hall im Jahre 1981 glänzte Ivo Pogorelich mit sensationellen Auftritten in den bedeutendsten Konzertsälen in den USA sowie auf vier Kontinenten. Einladungen von Ausnahme-Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, allen großen Londoner Orchestern, den Symphonieorchestern von Chicago, Boston, Philadelphia und Los Angeles , des New York Phiharmonic Orchestra und vielen anderen namhaften Klangkörpern führten Ivo Pogorelich in die Musikmetropolen dieser Welt.

Wo und wann auch immer er konzertiert, seine atemberaubenden Interpretationen bestätigen die Originalität seines Talents und seines Intellekts. Die New York Times verglich Ivo Pogorelich mit Horowitz und schrieb: „Er spielte jede Note ganz exakt, mit einem solchen Gefühl, mit so viel Ausdruck. Er war ein ganzes Orchester. Er spielte, als ob er seiner Zeit um 200 Jahre voraus sei.“ Diesem Sinne verpflichtet gilt Ivo Pogorelich heute als Klangpoet der Gegensätze und genießt einen Status, den viele als legendär erachten.

Sein Publikum vereint unterschiedlichste Generationen in ihrer Begeisterung für den charismatischen Maestro. In der vergangenen Saison 2016/17 gab Ivo Pogorelich umjubelte Klavierabende und Konzerte in den Musikzentren Europas. In der Spielzeit 2017/18 wird Ivo Pogorelich u.a. in Deutschland, Österreich, Italien, Serbien und Kroatien zu hören sein und unternimmt Konzerttourneen nach Spanien und Japan.

Neben seinen umfangreichen Konzertverpflichtungen widmet Ivo Pogorelich viel Zeit der Förderung und Ausbildung von jungen Künstlern. In seinem Heimatland Kroatien rief er 1986 eine Stiftung ins Leben, die jungen talentierten Musikern mittels Stipendien ermöglichen sollte, ihr Studium im Ausland fortzusetzen. Im Kurort Bad Wörishofen gründete Ivo Pogorelich ein Festival, das über ein Jahrzehnt bestand und vielen jungen vielversprechenden Künstlern den Weg in ihre Karriere ebnete, indem ihnen die Gelegenheit zum gemeinsamen Musizieren mit ihren bereits berühmten Kollegen geboten wurde. Im Jahre 1993 fand im kalifornischen Pasadena die Ivo Pogorelich Competition statt. In Lugano, wo Ivo Pogorelich lebt, werden im Zweijahres-Rhythmus Konzerte zur Förderung junger Künstler veranstaltet.

1994 gründete Ivo Pogorelich die Sarajevo Charitable Foundation, deren Erlöse dem Aufbau eines Mutter-Kind-Hospitals und anderen humanitären Projekten in Bosnien zugute kamen. Mit Benefizkonzerten unterstützt Ivo Pogorelich u. a. Institutionen wie z. B. das Rote Kreuz oder Einrichtungen gegen den Kampf schwerer Krankheiten wie Krebs und Multiple Sklerose. Gelegentlich gibt er jungen Künstlern Meisterkurse.

Im Jahre 1987 wurde Ivo Pogorelich von der UNESCO zum „Ambassadeur de la bonne volonté“ ernannt – eine Auszeichnung, die vor ihm keinem klassischen Musiker zuteil wurde.

Ivo Pogorelich hat eine beeindruckende Anzahl an CDs bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft eingespielt, mit einem Repertoire, das vom Barock über die Klassik und Romantik bis ins 20. Jahrhundert reicht. Im März 2015 hat die Deutsche Grammophon das vollendete Frühwerk in umfassender Edition Pogorelich Complete Recordings veröffentlicht, das in Frankreich bereits mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet wurde. Der legendäre Pianist hat am 2. November 2016 mit Beethovens Klaviersonaten Nr. 22 F-Dur op. 54 und Nr. 24 Fis-Dur op. 78 seine erste Aufnahme seit 1998 exklusiv bei IDAGIO, dem Streamingservice für Klassik, veröffentlicht und damit als erster Klassik-Star eine Aufnahme nicht auf CD, sondern ausschließlich digital verfügbar gemacht.

01Dezember

Ivo Pogorelich

ZAGREB (Croatia)
06Dezember

Ivo Pogorelich

PESCARA (Italy)
16Dezember

Ivo Pogorelich

BELGRADE (Serbia)
18Dezember

Ivo Pogorelich

BELGRADE (Serbia)
18März

Ivo Pogorelich

PISTOIA (Italy)
27März

Ivo Pogorelich

PARIS (France)
07April

Ivo Pogorelich

VIENNA (Austria)
21Mai

Ivo Pogorelich

ZAGREB (Croatia)
10Juni

Ivo Pogorelich

MUNICH (Germany)

Recital Repertoire

Saison 2018/2019

Jubiläums-Programm mit Werken von Schumann & Prokofiev, die Ivo Pogorelich vor 40 Jahren 1978 aufgeführt hat

Schumann Symphonische Etüden op. 13, inkl. Op. Posth.
Skrjabin Poème „Vers la flamme“ op. 72
Prokofiev Sonata Nr. 6 A-Dur op. 82

Saison 2019/2020

Ravel Valse nobles et sentimentales „Adélaide“
Berg Sonate h-moll op. 1
Debussy Images pour piano (to be specified)
Rachmaninoff Études tableaux (to be specified)


Concerto Repertoire

Chopin Klavierkonzert Nr. 1 e-moll op.11
Chopin Klavierkonzert Nr. 2 f-moll op. 21
Schumann Klavierkonzert a-moll op. 54
Tschaikowsky Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op. 23
Rachmaninoff Klavierkonzert Nr. 2 c-moll op. 18
Prokofiev Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26

Scarlatti: Sonata in C major K 159 // Ivo Pogorelich - Sonaten
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  1. Scarlatti: Sonata in C major K 159 // Ivo Pogorelich - Sonaten